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05.01.2012 | Neue Studie zeigt: Initiative Minder hat negative Auswirkungen auf die Aktienkurse vieler Unternehmen [mehr]

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Das Ak­ti­en­recht ist ein zen­traler Pfeiler der schwei­zeri­schen Stand­ort­at­traktivität! [mehr]

Bedeutung der börsenkotierten AG

Im spezi­el­len Fokus des Gesetzgebers und der Min­der-In­itiative stehen die bör­senkotier­ten Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten. Mit der Min­der-In­itiative wür­den die Rah­menbedingun­gen für die bör­senkotier­ten AG dras­tisch verschlech­tert. Doch was steht auf dem Spiel? economie­suisse hat ei­ne Studie zur volks­wirt­schaftli­chen Bedeu­tung der bör­senkotier­ten Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten in Auf­trag gege­ben.

Bei den bör­senkotier­ten Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten handelt es sich um rund 300 Un­ternehmen. Nahezu alle Kantone beheima­ten bör­senkotier­te AG.

An der Schweizer Börse kotierte Aktiengesellschaften mit Hauptsitz in der Schweiz

Volkswirtschaftliche Bedeutung der börsenkotierten Schweizer Aktiengesellschaften

Bör­senkotier­te Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten bilden ei­nen Pfeiler der in­ternatio­nal aus­gerich­te­ten Schwei­zer Wirt­schaft. Sie be­schäftigen direkt elf Pro­zent al­ler Erwerbs­tätigen in der Schweiz und er­arbei­ten zwi­schen 16 und 18 Pro­zent des schwei­zeri­schen Bruttoin­land­produkts. Sie sind für 31 Pro­zent al­ler Warenexpor­te ver­antwortlich und be­schäftigen etwa 54 Pro­zent des im Aus­land tätigen Perso­nals von schwei­zeri­schen Un­ternehmen. 51 Pro­zent al­ler For­schungs- und Ent­wicklungs­aufwendun­gen der Schwei­zer Privat­wirt­schaft wer­den von bör­senkotier­ten Un­ternehmen er­bracht und sie kommen für 42 Pro­zent der schwei­zeri­schen Un­ternehmens­steuern auf. Bör­senkotier­te Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten be­schäftigen mehr Perso­nal, ha­ben erheblich pro­duktive­re Arbeits­plät­ze, zah­len höhe­re Bruttolöhne und sind for­schungs­orientier­ter als der Durch­schnitt der Schwei­zer Firmen. An der Börse kotier­te Schwei­zer Gesellschaf­ten sind vielfach Gross­un­ternehmen in ei­ner fortge­schrittenen Phase der In­ternatio­nalisierung. Sie pro­duzie­ren welt­weit an ver­schiede­nen Stand­or­ten und bedienen ent­spre­chend die Aus­landmärkte auch von ih­ren aus­ländi­schen Pro­dukti­ons­stät­ten. Die Schweiz ist Stand­ort ih­res Headquarters und auch ein wichti­ger, aber nicht der einzige For­schungs­platz. Ein gros­ser Teil der Pro­dukti­on findet zwar im Aus­land statt, die Pro­dukti­on im In­land bleibt aber für die Schweiz bedeut­sam.

Beschäftigung

Die bör­senkotier­ten Ak­ti­en­gesellschaf­ten be­schäftigen über 350’000 Mit­arbeiten­de (in Vollzeitäquivalen­ten) in der Schweiz. Das macht rund elf Pro­zent al­ler Be­schäftig­ten in der Schweiz aus. Inn­erhalb des Fi­nanzdienst­leis­tungs­sek­tors sind sogar 46 Pro­zent und inn­erhalb der Phar­ma- und Che­mie­bran­che 42 Pro­zent der Be­schäftig­ten bei bör­senkotier­ten Un­ternehmen an­ge­stellt. Wird aus­schliesslich die Kategorie Ak­ti­en­gesellschaf­ten be­trach­tet, so be­schäftigen die bör­senkotier­ten Ak­ti­en­gesellschaf­ten ei­nen Fünf­tel al­ler Be­schäftig­ten die­ser Gesellschafts­form.

Anteil der börsenkotierten Aktiengesellschaften an der Beschäftigung

Beschäftigungsanteile, 2008, in Prozent

Wertschöpfung

Inn­erhalb des markt­wirt­schaftli­chen Be­reichs sind die bör­senkotier­ten Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten für rund ei­nen Fünf­tel der ge­sam­ten Wert­schöpfung ver­antwortlich. Der durch die bör­senkotier­ten Schwei­zer Un­ternehmen er­wirt­schafte­te An­teil am ge­sam­ten Bruttoin­land­produkt betrug im Jahr 2007 achtzehn Pro­zent, im Krisenjahr 2008 noch sechzehn Pro­zent (vgl. Grafik 2). Im Indus­triesek­tor ist der An­teil höher als im Dienst­leis­tungs­sek­tor.

Anteil der börsenkotierten Aktiengesellschaften an der gesamten Wertschöpfung

Bruttowertschöpfung, 2007, in Prozent

Exporte

Die bör­senkotier­ten Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten exportie­ren von ih­ren Stand­or­ten in der Schweiz Gü­ter im Wert von 63 Mil­liar­den Franken und sind damit für 31 Pro­zent der schwei­zeri­schen Warenexpor­te ver­antwortlich.

Anteil der börsenkotierten Aktiengesellschaften an den Exporten

Warenexporte, 2008, in Prozent

Forschung und Entwicklung

Die bör­senkotier­ten Ak­ti­en­gesellschaf­ten sind die Haupt­trä­ger der priva­ten For­schung und Ent­wicklung (F+E) in der Schweiz. Sie inves­tie­ren jährlich etwa 6,7 Mil­liar­den Franken in F+E und er­brin­gen damit 51 Pro­zent der F+E-Auf­wendun­gen der Privat­wirt­schaft. Mit 5,4 Mil­liar­den Franken tra­gen die Che­mie- und Phar­ma­un­ternehmen den Haupt­teil die­ser Auf­wendun­gen. Die bör­senkotier­ten Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten be­trei­ben F+E jedoch multi­natio­nal, und die Schweiz ist nur ei­ner von meh­re­ren For­schungs­stand­or­ten. Welt­weit bezah­len sie über 24 Mil­liar­den Franken für F+E und tätigen 28 Pro­zent der F+E-Auf­wendun­gen in der Schweiz. Bei der Ma­schinen­indus­trie ist die­ser An­teil etwas höher als in der Che­mie- und Phar­ma­indus­trie.

Anteil der börsenkotierten an den F+E Aufwendungen der Privatwirtschaft

F+E-Aufwendungen, 2004/2008, in Prozent

Unternehmenssteuern

Die bör­senkotier­ten Schwei­zer Ak­ti­en­gesellschaf­ten sind auch für den Fiskus bedeu­tend. Sie bezah­len zu­sammen in der Schweiz rund 7,5 Mil­liar­den Franken an Steuern. Damit kommen sie für über 40 Pro­zent al­ler in der Schweiz bezahl­ten Un­ternehmens­steuern auf. Dieses Ergebnis der Studie passt ins Bild, das die Da­ten der Eidgenössi­schen Steuerverwal­tung zei­gen: Dem­gemäss kommen die pro­fi­ta­bels­ten 2,7 Pro­zent der juristi­schen Personen für 90,8 Pro­zent der Einnah­men der direk­ten Bundes­steuer auf. Eben­falls in dieses Bild pas­sen die Ergebnis­se ei­ner kürzlich veröff­entlich­ten Studie von economie­suisse und Pri­cewaterhous­eCoo­pers, wonach allei­ne 58 der 500 gröss­ten Firmen in der Schweiz Un­ternehmens­steuern in Höhe von 4,5 Mil­liar­den Franken bezah­len.

Anteil der börsenkotierten Aktiengesellschaften an den Unternehmenssteuern

Kapitalsteuern, 2007, in Prozent

Zulieferer profitieren von den börsenkotierten Aktiengesellschaften

Die Klein- und Mit­telbetriebe und die Gross­un­ternehmen in der Schweiz sind tra­ditionell eng mit­ein­an­der verfloch­ten. Auf der ei­nen Seite sind die Gross­un­ternehmen auf quali­tativ hoch­stehen­de Dienst­leis­tun­gen sowie auf das Know-how und die Innovati­ons­kraft der KMU angewiesen. Auf der an­de­ren Seite pro­fitie­ren KMU dank zahlrei­cher Be­ra­tungs-, Dienst­leis­tungs- und Liefer­auf­träge von den gros­sen Firmen. Da Un­ternehmen Vorleis­tun­gen von an­de­ren Un­ternehmen bezie­hen, löst die Nach­fra­ge nach Gütern und Dienst­leis­tun­gen bei den Vorleis­tungs­produzen­ten zusätzli­che Lieferun­gen und damit Wert­schöpfung und Be­schäftigung aus. Die von bör­senkotier­ten Un­ternehmen aus­gehen­den indirek­ten Effekte sind ge­samt­wirt­schaftlich bedeut­sam. Mehr als 250’000 Arbeits­kräfte und ei­ne Wert­schöpfung von zirka 31 Mil­liar­den Franken wer­denüber die Zulieferket­ten in der Schweiz ge­schaffen. Mit dem Einbezug der durch die Vorleis­tun­gen aus­gelös­ten Effekte steigt der An­teil die­ser Un­ternehmen an der Brutto­wer­t­schöpfung der Schweiz von 17 auf 23 Pro­zent und an der Be­schäftigung von zehn auf 17 Pro­zent (Durschnitt 2007/2008).

Geschätzte indirekte Wertschöpfung der börsenkotierten Aktiengesellschaften

Bruttowertschöpfung, Durchschnitt 2007/2008, in Prozent